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Chiropraktik und manuelle Impulstechniken

Kontrollierte manuelle Techniken als mögliche Ergänzung der Behandlung

Manuelle Impulstechniken können bei ausgewählten Beschwerden des Bewegungsapparats ein Bestandteil der Behandlung sein. Ob eine solche Technik infrage kommt, entscheiden wir anhand der individuellen Untersuchung, möglicher Risiken und Ihrer persönlichen Präferenzen.

Eine Impulstechnik wird nicht automatisch durchgeführt. Die Behandlung erfolgt nur nach vorheriger Aufklärung und mit Ihrem Einverständnis.

Was sind manuelle Impulstechniken?

Zu den von uns eingesetzten Verfahren gehören sogenannte HVLA-Techniken. Die Abkürzung steht für "High Velocity, Low Amplitude". Dabei wird ein Gelenk mit einem kurzen, kontrollierten Impuls und einer kleinen Bewegungsamplitude bewegt.

Je nach Befund kommen bei uns auch kurzhebelige Techniken zum Einsatz, die als Minimal Lever Mid-Range Manipulation, kurz MLMR, bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die Ausgangsposition und die verwendeten Hebel.

Keine dieser Varianten ist grundsätzlich für jeden Menschen oder jede Beschwerde geeignet. Die Auswahl richtet sich nach der jeweiligen Körperregion, dem individuellen Befund und dem persönlichen Empfinden.

Kein "Einrenken" verschobener Wirbel

Bei den meisten Beschwerden des Bewegungsapparats geht es nicht darum, vermeintlich verschobene Wirbel wieder einzurenken oder den Körper dauerhaft geradezurichten.

Manuelle Impulstechniken können das Schmerzempfinden und die Beweglichkeit vorübergehend beeinflussen. Ein gelegentlich auftretendes Knackgeräusch ist dabei weder das eigentliche Behandlungsziel noch ein Beweis dafür, dass ein Wirbel korrigiert oder eine Behandlung erfolgreich durchgeführt wurde. Manche Patient*innen berichten nach der Behandlung über ein vorübergehend leichteres oder "gelösteres" Gefühl im behandelten Bereich. Dieses Zeitfenster kann genutzt werden, um den Einstieg in aktive Bewegung und individuell angepasste Übungen zu erleichtern.

Wann können Impulstechniken eingesetzt werden?

Manuelle Mobilisationen oder Impulstechniken können bei ausgewählten Beschwerden eine mögliche Behandlungsoption sein, beispielsweise bei:

  • nicht spezifischen Rückenschmerzen
  • nicht spezifischen Nackenschmerzen
  • bestimmten schmerzhaften Bewegungseinschränkungen
  • ausgewählten Beschwerden an Gelenken des Bewegungsapparats

Ob eine Behandlung geeignet ist, lässt sich nicht allein anhand eines Symptoms entscheiden. Wir berücksichtigen deshalb unter anderem den bisherigen Verlauf, mögliche Begleiterkrankungen, auffällige neurologische oder andere Symptome sowie Ihre persönlichen Wünsche.

Bei Hinweisen auf eine ernsthafte, entzündliche, neurologische, traumatische oder gefäßbedingte Ursache führen wir keine manipulative Behandlung durch und empfehlen gegebenenfalls eine weitere medizinische Abklärung.

Die Anwendung

Mobilisationen und Manipulationen können bei nicht spezifischen Rücken- und Nackenschmerzen als eine mögliche Behandlungsoption angeboten werden.

Die Reaktion auf die Behandlung ist individuell. Manuelle Impulstechniken sind weder bei allen Beschwerden notwendig noch anderen geeigneten Behandlungsformen grundsätzlich überlegen.

Wir betrachten sie deshalb nicht als alleinige Lösung, sondern gegebenenfalls als Bestandteil eines umfassenderen Behandlungskonzepts. Dieses kann auch Beratung, Bewegung, Belastungsaufbau und individuell angepasste Übungen umfassen.

Sicherheit und mögliche Reaktionen

Manuelle Impulstechniken werden von vielen Menschen gut vertragen. Vorübergehend können dennoch Reaktionen wie Muskelkater, Druckempfindlichkeit oder eine kurzzeitige Zunahme der Beschwerden auftreten.

Schwerwiegende Komplikationen sind selten, können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere für Impulstechniken im Bereich der Halswirbelsäule.

Vor der Anwendung achten wir deshalb auf mögliche Gegenanzeigen und Risikofaktoren. Nutzen, mögliche Risiken und Behandlungsalternativen werden individuell abgewogen und mit Ihnen besprochen.

Falls eine Impulstechnik nicht geeignet oder von Ihnen nicht gewünscht ist, stehen andere Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise sanfte Mobilisationen, Beratung und aktive Übungen.

Unser Behandlungsverständnis

Eine manuelle Behandlung kann dazu beitragen, Beschwerden vorübergehend zu beeinflussen oder Bewegung zu erleichtern. Für einen langfristig selbstständigen Umgang mit wiederkehrenden oder anhaltenden Beschwerden sind häufig zusätzliche aktive Maßnahmen sinnvoll.

Gemeinsam entwickeln wir deshalb bei Bedarf ein individuell angepasstes Übungs- und Belastungsprogramm.

Unser Ziel ist es, Ihre Selbstwirksamkeit zu fördern. Wir möchten keine Vorstellung vermitteln, der Körper müsse regelmäßig von außen korrigiert oder "eingerenkt" werden.

Preise und Kostenerstattung

Manuelle Impulstechniken können je nach Behandler, Behandlungsgrundlage und individueller Situation Bestandteil einer osteopathischen oder physiotherapeutischen Behandlung sein.

Informationen zu unseren Preisen, den jeweiligen Voraussetzungen und einer möglichen Kostenerstattung finden Sie auf der Seite "Preise und Kostenerstattung".

Bitte klären Sie eine mögliche Erstattung im Zweifelsfall vorab mit Ihrer Krankenversicherung.